Viele Menschen haben individuelle Vorstellungen, wenn es darum geht, den Traum vom „perfekten Wohnbereich“ zu verwirklichen. Manche wissen ein zusätzliches Arbeitszimmer zu schätzen, andere wünschen sich mehr Stauraum oder einen separaten Essbereich. Und immer wieder zeigt sich, wie schwierig es sein kann, all das auf einer vergleichsweise kleinen Fläche umzusetzen. Die gute Nachricht ist, dass es nicht zwangsläufig eine größere Wohnung braucht. In vielen Fällen reicht es aus, die vorhandene Fläche lediglich anders zu nutzen.
Das bedeutet allerdings nicht, dass Möbel oder Regale jeden freien Zentimeter ausfüllen müssten. Mithilfe einer durchdachten Aufteilung ist es oft möglich, auch das Potenzial übersichtlicher Flächen zu nutzen, ohne dass diese überladen wirken.
Ganz wichtig: Die Möbel müssen zum Alltag passen
Vor allem dann, wenn ohnehin wenig Fläche zur Verfügung steht, ist es wichtig, auf eine gewisse Alltagstauglichkeit zu achten. Dies zeigt sich bei der Einrichtung eines Ess- beziehungsweise Wohnbereichs. Wer nur in Ausnahmefällen mit mehreren Personen isst, benötigt nicht zwangsläufig einen großen Tisch. Gerade auf eher kleinen Flächen lohnt es sich, flexibel zu bleiben. Ein Esstisch rund ausziehbar bietet hierbei eine überschaubare Tischgröße, lässt sich bei Bedarf aber für eine größere Anzahl an Gästen erweitern.
Ähnlich verhält es sich bei der Einrichtung von Arbeitszimmern. So muss ein Arbeitsplatz nicht zwangsläufig einen tiefen Schreibtisch bieten, wenn diejenigen, die hier Platz nehmen, ohnehin meist mit dem Laptop arbeiten. Auch hier hilft es, sich zunächst mit der tatsächlichen Nutzung auseinanderzusetzen, um zu verhindern, dass unnötig viel Platz beansprucht wird.
Zusatztipp: Nicht nur die Größe des Möbelstücks ist entscheidend. Wichtig ist es auch, den Platz, der im Alltag benötigt wird, zu berücksichtigen. So ist es sinnvoll, hinter einem Esszimmerstuhl etwa 60 Zentimeter einzuplanen, damit dieser komfortabel zurückgeschoben werden kann. Soll hinter einer sitzenden Person gleichzeitig ein Durchgang bestehen bleiben, braucht es entsprechend mehr Fläche.
Freie Laufwege für noch mehr Wohnkomfort
Hierbei handelt es sich um ein Detail, das immer wieder unterschätzt wird: Auf einem Grundriss kann eine Einrichtung perfekt aussehen, im Alltag aber dennoch stören. Dies gilt vor allem dann, wenn die Laufwege innerhalb einer Wohnung ungünstig gestaltet sind. Als Grundregel gilt, dass der Weg von der Tür zum Sofa, vom Bett zum Kleiderschrank und so weiter nicht immer wieder um Möbel herumführen sollte.
Daher lohnt es sich, die Wege zumindest gedanklich auf dem Grundriss einzuzeichnen, bevor alles platziert wird. Wer noch einen Schritt weitergehen möchte, kann die Umrisse größerer Möbelstücke vor dem Kauf mit Malerkrepp auf dem Boden markieren.
Achtung! Türen, Schubladen und Schränke verdienen besondere Aufmerksamkeit. Da sie im Alltag hin und wieder geöffnet werden, wäre es falsch, nur die Grundfläche zu berücksichtigen. So ist es möglich, dass ein Schrank genau in eine Nische passt, sich aber anschließend nicht vollständig öffnen lässt. Daher gilt es, auch die Winkel geöffneter Türen (und deren Platzanspruch) einzukalkulieren.
Hohe Decken und freie Wände bieten viel Potenzial
Wer sich in kleinen Wohnungen auf der Suche nach mehr Stauraum befindet, denkt oft horizontal. Doch mit jeder Kommode, jedem Sideboard und jedem zusätzlichen Schrank wird die freie Bodenfläche kleiner. Dabei liegt ein Perspektivwechsel so nah. Regale, die bis knapp unter die Decke reichen, gelten in vielen Wohnungen als stilsichere Allrounder. Auch die Flächen über Türen oder über niedrigen Möbeln lassen sich gut in die Gestaltung mit einbeziehen.
Um dann noch zu verhindern, dass die komplette Einrichtung erdrückend wirkt, lohnt es sich, auf eine Kombination aus geschlossenen Schränken und offenen Bereichen zu setzen. Viele Einrichtungsfans entscheiden sich mittlerweile für eher schmale Stauraumlösungen an der Wand. Diese können an all den Stellen funktionieren, wo ein klassisches Möbelstück zu viel Bewegungsfläche kosten würde.
Einzelne Zonen für mehr Struktur im Raum
Wenn mehrere Bereiche, zum Beispiel Wohnzimmer, Arbeitsplatz und Essbereich, auf einer gemeinsamen Fläche aufeinandertreffen, braucht es nicht unbedingt eine bauliche Trennung. Vielmehr lassen sich unterschiedliche Nutzungsareale auch über die Einrichtung definieren.
- Mit einem Teppich ist es möglich, einen Wohnbereich auf gemütliche Weise zusammenzufassen.
- Ein offenes Regal kann Wohn- und Arbeitszone voneinander abgrenzen, ohne dass eine Art „Lichtbremse“ entsteht.
- Mithilfe unterschiedlicher Beleuchtungsideen bietet es sich an, verschiedenen Arealen ein besonderes Ambiente zu verleihen.
Wichtig: Die Aufteilung in einzelne Zonen sollte nicht dazu führen, dass aus einem ohnehin kleinen Raum mehrere winzige Räume werden. Wichtig ist es, dass Sichtachsen bewusst offengehalten werden und vor allem dann, wenn Möbel quer im Raum stehen, auf deren Höhe und Tiefe zu achten. Auf diese Weise entsteht eine erkennbare Ordnung, ohne dass die vorhandene Fläche kleinteiliger wirkt, als sie tatsächlich ist.
Schwierige Grundrisse und individuelle Lösungen
Egal, ob es um das perfekte Männerzimmer, einen gemütlichen Wohnbereich oder um das Home Office geht: Wenn ein Raum nicht mit vier rechten Winkeln aufwartet, kann dies schnell zu einer kleinen Herausforderung werden. Zudem können auch Dachschrägen, Vorsprünge oder ungünstig platzierte Heizkörper dazu führen, dass Standardmöbel nicht passen. Vor allem auf kleinen Flächen lohnt es sich, solche Charakteristika in die Planung mit einzubeziehen. Unter anderem bietet es sich an:
- unter einer Dachschräge einen niedrigen Einbauschrank aufzustellen
- schmale Nischen für individuell gestaltete Regalböden zu nutzen
- in ungenutzten Bereichen, zum Beispiel unter der Treppe, einen Arbeitsplatz einzurichten.
Wichtig ist es dabei, Heizkörper, Steckdosen, Leitungen und Zugänge bei der Planung der Einrichtung nicht zu verbauen.













